Wirklichkeit

Im Dschungel der Ambivalenzen

Wirklichkeiten

Warum Organisation und Innovation ein Widerspruch in sich ist

Eine Organisation bildet sich aus verfestigtem Wissen aus der Vergangenheit. Sie setzt auf Etablierung von Routinen, Standards, Einhaltung von Regeln, Wiederholung von Abläufen.
Mehr vom Selben, das könnte man als  "alt"-gierig bezeichnen.
Innovation braucht Lust auf Neues, erfordert den Bruch mit dem Vorhandenen, Ausscheren aus Routinen, Aufbrechen von Regeln.
Anders als bisher, das könnte man als "neu"-gierig bezeichnen.
Alle sind altgierig in dem Wunsch, neugierig zu sein.
Organisationen brauchen Beides.

Warum Wissen Lernen behindert

Lernen setzt vorhandenes Wissen außer Kraft. Daher ist die Voraussetzung für Lernen die Bereitschaft, die Richtigkeit des vorhandenen Wissens in Frage zu stellen.

Wer weiß, wie etwas geht, neigt dazu, dieses Wissen eher zu verteidigen als es von sich aus in Frage zu stellen.

Es geht um Loslassen als Bedingung für ein Anders oder Mehr.

Warum die klügsten Köpfe häufig nicht gehört werden

Es wird zwar inhaltlich nach der besten Antwort gesucht, in der Logik der Kommunikation wird jedoch nach ganz anderen Merkmalen vorgegangen.

Gehört werden die "Schnellen" und die "Lauten". Das sind nicht immer auch die klügsten Köpfe.

Gefragt werden diejenigen, die in Erinnerung bleiben. Auch das sind nicht immer die klügsten Köpfe.

Gesucht werden auch diejenigen, die sympathisch und angenehm im Umgang sind.  oder  zu denen man Vertrauen hat. Und sogar sie müssen nicht die klügsten Köpfe sein.

Warum Wahrheit weniger wiegt als Wirklichkeit

Wahrheit ist, was wir mittels unserer Sinne wahrnehmen. Allgemein wird darunter auch das verstanden, was von einer Mehrheit gleich oder sehr ähnlich wahrgenommen wird. Dadurch wird es in den Rang der Objektivität und Richtigkeit erhoben.

Wirklichkeit ist, wie das mit den Sinnen Wahrgenommene in uns wirkt. Die Wirkung entsteht durch Verknüpfung des soeben Wahrgenommenen mit bereits abgespeicherten Wahrnehmungen.  Das Resultat ist Be-deutungs-Gebung, Wertung und Sinn-Zuschreibung.

Erzählte Wirklichkeit sagt mehr über die erzählende Person aus als über die Wahrheit.

Warum es bei Zielen nicht um das Erreichen geht

Ein gutes Ziel sorgt für die Bewegung der Organisation in eine Richtung. Das Unterwegs-Sein ist entscheidend, weniger, dass das Ziel tatsächlich erreicht wird. Vor allem vor dem Hintergrund, dass mittel- und langfristige Ziele periodisch angepasst und aktualisiert werden.

Steht die Zielerreichung im Vordergrund, gibt es nur in wenigen Momenten ein Erfolgserlebnis. Die längste Zeit über ist allen bewusst, dass der Erfolg noch nicht eingetreten ist (kollektives Mangelbewusstsein).

Ist ein Ziel ein Mittel zum Fortschritt, erfüllt es einen guten Zweck.

Übrigens dürfen Ziele auch erreicht werden.